Leipzig mal anders: Zu Besuch bei Manufakturen, Kaffeeröstern und regionalen Produzenten

Leipzig stand schon lange auf unserer Liste. Obwohl wir beide schon viel in Deutschland unterwegs waren, hatten wir die sächsische Metropole bisher nie gemeinsam besucht. Umso mehr freuten wir uns auf die Reise.

Diesmal wollten wir die Stadt jedoch nicht nur über ihre bekannten Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Stattdessen machten wir uns auf die Suche nach regionalen Produkten, kleinen Manufakturen und den Menschen, die mit viel Leidenschaft hinter ihren Ideen und Produkten stehen.

Dabei entdeckten wir spannende Werkstätten, tauchten tief in die Leipziger Kaffeekultur ein und lernten eine kreative Seite der Stadt kennen, die viele Besucher vermutlich gar nicht zu Gesicht bekommen.

Das findest du in diesem Artikel

Warum Kaffee zu Leipzig gehört

Kaffee spielte während unseres Besuchs in Leipzig immer wieder eine Rolle. Das passt gut zur Stadt, denn Leipzig gehört zu den wichtigsten Orten der deutschen Kaffeehauskultur. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts wurde hier Kaffee ausgeschenkt, 1697 entstand in Leipzig sogar eine der ersten Kaffeehausordnungen im deutschsprachigen Raum. Auch der Begriff „Kaffeesachse“ begegnet einem in diesem Zusammenhang immer wieder. Gemeint ist damit augenzwinkernd die besondere Kaffeeliebe der Sachsen, die schon im 18. und 19. Jahrhundert überregional bekannt war. Genau deshalb wollten wir während unseres Aufenthalts tiefer in die Leipziger Kaffeegeschichte eintauchen.

Arabisches Coffe Baum Museum

Unser erster Stopp führte uns in den Arabischen Coffe Baum. Das historische Gebäude gehört zu den bekanntesten Kaffeehäusern der Stadt und blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück. Bereits seit 1711 wird hier nachweislich Kaffee ausgeschenkt. Damit zählt der Coffe Baum zu den ältesten Kaffeehäusern Europas.

Neben dem Café im Erdgeschoss befindet sich in den oberen Etagen ein kostenloses Museum rund um die Geschichte des Kaffees. Genau dort zog es uns als Erstes hin.

In insgesamt 16 Räumen erfährst du mehr über die Geschichte des Kaffees, die Entwicklung der Kaffeehauskultur und die besondere Bedeutung, die Kaffee in Sachsen bis heute hat. Uns gefiel, dass die Ausstellung immer wieder den Bezug zu Leipzig herstellt und dabei Themen von historischen Kaffeehäusern bis zur Kaffeekultur in der DDR aufgreift.

Am meisten interessierten uns die Einblicke in die Leipziger Kaffeehauskultur. Kaffeehäuser waren früher weit mehr als nur Orte für eine Tasse Kaffee. Hier trafen sich Kaufleute, Studenten, Künstler und Gelehrte zum Austausch von Neuigkeiten, Ideen und Geschichten. Gerade in einer Handels- und Messestadt wie Leipzig spielten sie über Jahrhunderte eine wichtige Rolle.

Ein echtes Highlight ist auch das historische selbstspielende Welte-Piano, das noch heute regelmäßig zu hören ist. Während wir den Klängen lauschten, konnten wir uns gut vorstellen, wie lebendig es früher in den Leipziger Kaffeehäusern zugegangen sein muss.

Nach dem Rundgang schauten wir natürlich auch noch im Café Zum Coffe Baum vorbei. Schließlich gehört eine Tasse Kaffee bei einem Besuch im Arabischen Coffe Baum irgendwie dazu. Unser Tipp: Probiere unbedingt die leckere slawische Honigtorte.

  • Kleine Fleischergasse 4, 04109 Leipzig

Stadtführung "Leipziger Kaffeegeschichte(n)"

Wer nach dem Besuch im Arabischen Coffe Baum noch tiefer in die Leipziger Kaffeekultur eintauchen möchte, ist bei der Stadtführung „Leipziger Kaffeegeschichte(n)“ mit Daniela Neumann genau richtig.

Die rund zweistündige Tour führte uns vom Augustusplatz quer durch die Leipziger Innenstadt bis zur Elstermühle. Unterwegs erfuhren wir nicht nur mehr über die Entwicklung der Kaffeehauskultur, sondern auch über Leipzigs Rolle als Handels- und Messestadt. Dabei wurde deutlich, warum Kaffee so eng mit der Geschichte der Stadt verbunden ist.

Was die Führung für uns besonders abwechslungsreich machte: An insgesamt drei Stationen konnten wir verschiedene Leipziger Spezialitäten und Kaffeespezialitäten probieren.

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Goethe Chocolaterie

Die erste Verkostung erwartete uns in der Goethe Chocolaterie direkt am Markt. Das Familienunternehmen verbindet Schokoladenmanufaktur, Café und Kaffeerösterei miteinander. Uns gefiel, dass hier noch vieles in Handarbeit entsteht.

Neben einer Kostprobe erfuhren wir auch mehr über die Herstellung hochwertiger Schokolade und Pralinen. Schnell wurde deutlich, wie viel handwerkliches Können hinter den einzelnen Produkten steckt.

Kaffee und Schokolade ergänzen sich schließlich schon immer hervorragend. Deshalb war die Goethe Chocolaterie für uns ein gelungener Auftakt der kulinarischen Stationen dieser Führung.

  • Markt 11, 04109 Leipzig

Kaffeerösterei Elstermühle

Die zweite Verkostung führte uns in den Store der Kaffeerösterei Elstermühle in der Mädler-Passage. Schon beim Betreten fiel uns das moderne und minimalistische Design auf, das einen spannenden Kontrast zu den historischen Passagen Leipzigs bildet.

Hinter der Elstermühle steckt eine vergleichsweise junge Leipziger Kaffeerösterei. Bei unserem Besuch hörten wir die Geschichte dahinter und erfuhren, wie aus einer Idee Schritt für Schritt ein eigenes Unternehmen entstanden ist. Mit dem „Leipziger Käffchen“ hat die Rösterei sogar eine eigene Kaffeespezialität kreiert, die den Leipziger Dialekt im Namen trägt.

Bei der Verkostung konnten wir neben klassischem Kaffee auch einige kreative Eigenkreationen probieren. Am meisten überrascht hat uns dabei der Cold Brew mit Tonic Water. Eine Kombination, die wir vorher noch nie probiert hatten und die deutlich besser harmonierte, als wir erwartet hätten.

Spätestens nach dieser Verkostung war uns klar, wie vielseitig Kaffee eigentlich sein kann.

  • Grimmaische Str. 2-4, 04109 Leipzig

Handwerksbäckerei & Café Kleinert

Zum Abschluss der Führung stand mit den Leipziger Lerchen eine echte Leipziger Spezialität auf dem Programm. Das traditionsreiche Gebäck wurde ursprünglich als Ersatz für die einst beliebten Singvögel entwickelt, deren Fang im 19. Jahrhundert verboten wurde.

Besonders interessant fanden wir die Geschichte hinter der traditionellen Leipziger Lerche. Der rote Marmeladenkern in der Mitte soll symbolisch für das Herz des Vogels stehen und erinnert noch heute an den Ursprung des Gebäcks.

Bei der Bäckerei Kleinert, einer echten Leipziger Institution, konnten wir die Leipziger Lerchen schließlich selbst probieren. Neben der klassischen Variante gibt es dort inzwischen zahlreiche Eigenkreationen. So findest du beispielsweise eine Goethe-Lerche, eine Bach-Lerche und sogar eine spezielle Lerche zum alljährlichen Wave-Gotik-Treffen in Leipzig.

Unser persönlicher Favorit war allerdings die Gaffee-Lerche. Der Name spielt augenzwinkernd auf den sächsischen Dialekt an, in dem aus einem „Kaffee“ schnell einmal ein „Gaffee“ wird. Die Kombination aus dem traditionellen Gebäck und dem feinen Kaffeearoma passte natürlich perfekt zu unserer Tour durch Leipzigs Kaffeegeschichte.

Für uns war das ein gelungener Abschluss der Führung und eine schöne Möglichkeit, neben dem Kaffee auch eine weitere kulinarische Seite Leipzigs kennenzulernen.

  • Brühl 14/16, 04109 Leipzig

Kaffeeworkshop bei OBENAUF

Wenn du nicht nur mehr über die Geschichte des Kaffees erfahren möchtest, sondern auch deinen eigenen Geschmackssinn schulen willst, solltest du bei OBENAUF vorbeischauen. Die Leipziger Kaffeemanufaktur bietet verschiedene Workshops und Verkostungen an, bei denen sich alles um hochwertigen Spezialitätenkaffee dreht.

Genau das wollten wir auch und nahmen deshalb an einer Kaffeeverkostung teil.

OBENAUF wurde 2015 gegründet und hat sich auf die schonende Röstung hochwertiger Spezialitätenkaffees spezialisiert. In der Rösterei wird großer Wert auf Transparenz, Nachhaltigkeit und den direkten Bezug zu den Kaffeebauern gelegt. Statt möglichst vieler Sorten steht hier die Qualität jeder einzelnen Bohne im Mittelpunkt.

Im Rahmen der Verkostung erfuhren wir zunächst mehr über die Herkunft verschiedener Kaffees und die Faktoren, die ihren Geschmack beeinflussen. Anschließend wurde es praktisch: Gemeinsam verkosteten wir unterschiedliche Kaffees und lernten, gezielt auf Aromen, Säure, Süße und Körper zu achten.

Besonders spannend fanden wir, wie unterschiedlich Kaffee schmecken kann. Je nach Herkunft, Aufbereitung und Röstung zeigten sich völlig verschiedene Geschmacksprofile. Manche Kaffees erinnerten eher an Schokolade und Nüsse, andere überraschten mit fruchtigen Noten, die wir so zuvor noch nie wahrgenommen hatten.

Ein weiterer Teil des Workshops beschäftigte sich mit den Grundlagen der professionellen Kaffeeverkostung, dem sogenannten Cupping. Dabei lernten wir, Kaffee bewusster zu riechen, zu schmecken und die einzelnen Unterschiede herauszuarbeiten.

Auch wenn wir beide regelmäßig Kaffee trinken, haben wir an diesem Nachmittag einiges dazugelernt. Seitdem achten wir bei einer Tasse Kaffee definitiv auf deutlich mehr als nur „schmeckt“ oder „schmeckt nicht“.

Wer sich für Kaffee interessiert und einmal tiefer in das Thema eintauchen möchte, findet bei OBENAUF eine spannende Möglichkeit dazu.

  • Karl-Heine-Straße 44, 04229 Leipzig

Kreative Manufakturen in Leipzig

Neben der Kaffeekultur wollten wir während unseres Aufenthalts auch die kreative Seite Leipzigs kennenlernen. Die Stadt lebt von Menschen, die gestalten, produzieren und ihre Ideen verwirklichen.

Genau diese Begegnungen sind uns besonders in Erinnerung geblieben. Ob Porzellan, Schmuck, Textilien oder Kunstwerke aus natürlichen Materialien: Hinter jedem Werk stehen Menschen mit eigenen Geschichten, viel handwerklichem Können und einem Blick für Details.

Bei unseren Besuchen erhielten wir Einblicke in Werkstätten und Ateliers, durften hinter die Kulissen schauen und erfuhren, wie aus einer ersten Idee Schritt für Schritt ein fertiges Werk entsteht.

Viele dieser kreativen Köpfe haben ihre Heimat heute in ehemaligen Industriegebäuden gefunden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Leipziger Baumwollspinnerei, die sich von einem ehemaligen Industriestandort zu einem wichtigen Zentrum für Kunst und Kreativität entwickelt hat.

Robyn Chamberlain – Nachhaltige Goldschmiede

Eine unserer ersten Stationen führte uns zu Robyn Chamberlain. Die deutsch-kanadische Künstlerin und Goldschmiedin verbindet in ihrem Leipziger Atelier traditionelles Handwerk mit einem modernen und nachhaltigen Ansatz.

Während unseres Besuchs erfuhren wir mehr darüber, wie ihre Schmuckstücke entstehen. Für ihre Arbeiten verwendet Robyn unter anderem recyceltes Silber, Fairtrade-Gold und im Labor gezüchtete Diamanten. Ihr konsequenter Fokus auf Nachhaltigkeit zog sich dabei durch viele Bereiche ihrer Arbeit.

Gerade in der Schmuckbranche, in der die Herkunft von Materialien eine wichtige Rolle spielt, fanden wir diesen bewussten und transparenten Umgang bemerkenswert. Robyn zeigt, dass hochwertiger Schmuck und verantwortungsvolles Handeln kein Widerspruch sein müssen.

Neben ihrer Arbeit als Goldschmiedin widmet sich Robyn auch der Handweberei. In ihrem Atelier steht ein großer Webstuhl, an dem Stoffe und textile Arbeiten in aufwendiger Handarbeit entstehen. Auch hier wurde deutlich, wie viel Geduld, Präzision und handwerkliches Können hinter jedem einzelnen Stück stecken.

In einer Zeit, in der viele Produkte industriell gefertigt werden, fanden wir es schön, einen Blick hinter die Kulissen eines Ateliers werfen zu dürfen, in dem Qualität, Handarbeit und die Herkunft der Materialien einen so hohen Stellenwert haben.

  • Jahnallee 61, 04177 Leipzig

Porzellanatelier Claudia Biehne

Auf dem Gelände der Spinnerei besuchten wir das Atelier von Claudia Biehne. Schon beim Betreten merkten wir, dass hier etwas ganz anderes entsteht als das Porzellan, das man normalerweise aus dem Alltag kennt.

Wenn wir an Porzellan denken, kommen den meisten vermutlich zuerst Teller, Tassen oder andere Gebrauchsgegenstände in den Sinn. Bei Claudia Biehne lernten wir jedoch eine völlig andere Seite dieses Materials kennen.

Während unserer Führung erfuhren wir mehr über ihre Arbeit und darüber, wie ihre Kunstwerke entstehen. Wir hätten vorher nicht gedacht, wie vielseitig Porzellan als künstlerisches Medium eingesetzt werden kann. Viele ihrer Arbeiten wirken beinahe schwerelos und erinnern an natürliche Strukturen oder organische Formen.

Je länger wir uns die verschiedenen Werke anschauten, desto mehr geriet das Material selbst in den Hintergrund. Stattdessen standen die Formen, Oberflächen und die Ideen dahinter im Mittelpunkt. Kaum zu glauben, dass all dies aus Porzellan gefertigt wurde.

Seit 2003 arbeitet Claudia Biehne auf dem Gelände der Spinnerei und ist damit Teil eines der wichtigsten Kunststandorte Leipzigs. Unser Besuch hat uns auf jeden Fall gezeigt, dass Porzellan weit mehr sein kann als ein Werkstoff für Geschirr.

  • Spinnereistr. 7, Gebäude 10, 04179 Leipzig

Flora Metaphorica / Altus-Art

Eine ganz andere kreative Welt erwartete uns bei Tina Altus. In ihrem Atelier verbindet die Leipziger Künstlerin Kunst und Natur miteinander.

Statt die Natur lediglich als Motiv zu nutzen, arbeitet Tina Altus direkt mit ihr. Pflanzen, Blätter, Samenstände und andere natürliche Strukturen werden zu einem festen Bestandteil ihrer Kunstwerke und dienen gleichzeitig als Inspirationsquelle für neue Arbeiten.

Sehr gefallen hat uns der Rundgang durch ihren Garten. Dort zeigte sich schnell, dass dieser weit mehr ist als nur ein Außenbereich ihres Ateliers. Viele Pflanzen und Strukturen, die wir dort entdeckten, tauchen später in ihren Kunstwerken wieder auf.

Während der Führung erklärte uns Tina, wie ihre Arbeiten entstehen und worauf sie bei der Auswahl der Materialien achtet. Dabei erfuhren wir, mit wie viel Aufmerksamkeit sie die Natur beobachtet und wie aus kleinen Details neue künstlerische Ideen entstehen. Ein noch so kleiner Blumensamen kann auf einmal zu einem Vogel werden. Diese kreative Fantasie hat uns sehr beeindruckt.

Die Natur dient hier nicht nur als Inspiration, sondern wird selbst Teil des kreativen Prozesses.

Altus Art

Die Spinnerei – Leipzigs Kreativzentrum

Viele Künstler und Kreative haben ihre Ateliers auf dem Gelände der Spinnerei. Deshalb lohnt sich ein Besuch auch unabhängig von einzelnen Ausstellungen oder Atelierbesuchen.

Die heutige Spinnerei entstand auf dem Gelände der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei, die einst zu den größten Baumwollspinnereien Kontinentaleuropas gehörte. Wo früher Baumwolle verarbeitet wurde, arbeiten heute Künstler, Galeristen und Kreative aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Beim Spaziergang über das weitläufige Gelände entdeckten wir immer wieder neue Ateliers, Galerien und Werkstätten. Hinter vielen Türen wird gearbeitet, gestaltet und experimentiert. Gleichzeitig erinnert die historische Industriearchitektur noch immer an die Vergangenheit des Areals.

Uns gefällt, dass hier nicht nur einzelne Künstler arbeiten, sondern ein ganzes kreatives Netzwerk entstanden ist. Die Spinnerei wirkt dadurch fast wie ein eigenes kleines Viertel innerhalb Leipzigs.

Selbst wenn du keine konkrete Ausstellung besuchen möchtest, lohnt sich ein Spaziergang über das Gelände. Schon der Blick in die Innenhöfe, Werkstätten und Galerien macht den Besuch interessant.

  • Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig-Alt-West

Unser Tipp für eine Pause:
Die Spinnerei bietet nicht nur Kunst und Kreativität. Auch kulinarisch hat das Gelände einiges zu bieten. Zwei Orte, die uns besonders gut gefallen haben, sind das Café Nourish und das SALZ Bistro & Garten. Wir können dir besonders den Blechkuchen des Tages empfehlen.

Regionale Produkte auf dem Leipziger Wochenmarkt

In Leipzig finden gleich mehrere Wochenmärkte statt. Besonders gut gefallen hat uns jedoch der Markt auf dem Marktplatz direkt vor dem Alten Rathaus, der jeden Dienstag und Freitag stattfindet.

Vor der Kulisse des Alten Rathauses zählt der Markt für uns zu den schönsten Orten, um Leipzigs Alltagsleben kennenzulernen. Zwischen historischen Fassaden reihen sich Marktstände mit frischem Obst und Gemüse, Käse, Brot, Fisch und vielen weiteren regionalen Spezialitäten aneinander.

Uns gefiel vor allem die Mischung aus alteingesessenen Händlern, frischen Produkten und dem geschäftigen Treiben auf dem Marktplatz. Während Einheimische ihre Einkäufe erledigten, nutzten viele Besucher die Gelegenheit, regionale Spezialitäten zu entdecken oder einfach über den Markt zu schlendern.

Wenn du Leipzig an einem Markttag besuchst, lohnt sich ein Abstecher auf jeden Fall. Alle Informationen zu den verschiedenen Wochenmärkten in Leipzig findest du auf der Website der Stadt Leipzig.

Tipp: Eine Übersicht aller Leipziger Wochenmärkte inklusive Standorten und Terminen findest du hier.

Südvorstadt und Feinkostgelände

Mit der Südvorstadt lernten wir einen Stadtteil kennen, der für seine urbane und lebendige Atmosphäre bekannt ist. Rund um die Karl-Liebknecht-Straße, die von den Leipzigern meist einfach nur „KarLi“ genannt wird, reihen sich Cafés, Restaurants, Bars und kleine Geschäfte aneinander.

Beim Spaziergang durch das Viertel fielen uns immer wieder die vielen Streetart-Kunstwerke und Graffitis auf, die das Straßenbild prägen und der Südvorstadt ihren ganz eigenen Charakter verleihen. Trotz des geschäftigen Treibens wirkte die Atmosphäre dabei angenehm entspannt.

Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich das Feinkostgelände. Wo früher eine Feinkostfabrik produzierte, haben heute Künstler, Kreative, kleine Unternehmen und kulturelle Projekte ihre Heimat gefunden. Dadurch hat sich das Gelände zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt.

Besonders ins Auge fällt die sogenannte Löffelfamilie. Die bewegliche Leuchtreklame entstand bereits in den 1970er-Jahren als Werbeanlage für den damaligen VEB Feinkost und gehört heute zu den bekanntesten Wahrzeichen des Geländes.

Für uns gehört das Feinkostgelände zu den Orten, an denen sich Leipzigs Wandel besonders gut beobachten lässt. Wo früher produziert wurde, finden heute Kultur, Begegnungen und kreative Ideen ihren Platz.

  • Karl-Liebknecht-Straße 36, 04107 Leipzig

Leipzigs historische Passagen und Höfe

Während unseres Aufenthalts begegnete uns die Geschichte Leipzigs als Handels- und Messestadt immer wieder. Besonders sichtbar wird sie bis heute in den berühmten Passagen und Höfen der Innenstadt.

Ursprünglich entstanden sie für Händler und Messebesucher und prägen das Stadtbild noch immer. Hinter den historischen Fassaden verbergen sich beeindruckende Durchgänge, Innenhöfe und architektonische Details, die man leicht übersehen könnte.

Diese vier Passagen und Höfe haben uns besonders gut gefallen:

Mädler-Passage

Die Mädler-Passage gehört zu den bekanntesten Passagen Leipzigs und zählt für viele Besucher zu den absoluten Pflichtstopps in der Innenstadt.

Schon beim Betreten fallen die hohen Glasdächer, die eleganten Fassaden und die zahlreichen architektonischen Details ins Auge. Gleichzeitig erinnert die Passage noch heute an die große Zeit der Leipziger Messen.

Viele Besucher kommen auch wegen des historischen Auerbachs Kellers hierher. Direkt am Eingang begrüßen zudem die Figuren von Faust und Mephisto die Besucher und erinnern an die enge Verbindung zwischen Leipzig und Goethes berühmtem Werk.

Es soll übrigens Glück bringen, den Schuh von Faust zu berühren.

  • Grimmaische Str. 2-4, 04109 Leipzig

Specks Hof

Specks Hof gilt als die älteste erhaltene Passage Leipzigs und gehört für viele Besucher zu den schönsten Höfen der Innenstadt.

Unser Blick fiel direkt auf die aufwendig gestalteten Innenhöfe. Die farbenfrohen Wandmalereien und die vielen architektonischen Details sorgen dafür, dass es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.

Auch die wunderschönen Kupferdecken in den Durchgängen blieben uns sofort in Erinnerung. Mit ihren warmen Farbtönen und den ungewöhnlichen Strukturen wirken sie beinahe wie aus Leder gefertigt und verleihen der Passage einen ganz eigenen Charakter.

Für uns gehört Specks Hof zu den Passagen, in denen wir am längsten stehen geblieben sind, weil es immer wieder neue Details zu entdecken gab.

Barthels Hof

Barthels Hof zählt zu den ältesten erhaltenen Handelshöfen Leipzigs und erinnert noch heute an die Zeit der Leipziger Handelsmessen. Interessant ist dabei vor allem die ursprüngliche Funktion des Hofes als sogenannter Durchhof. Die Pferdewagen konnten früher vorne hineinfahren, ihre Waren abladen und auf der anderen Seite wieder hinausfahren, ohne wenden zu müssen.

Am meisten gefallen hat uns jedoch der große, helle Innenhof. Umgeben von den historischen Gebäuden entsteht hier eine Atmosphäre, die man mitten in der Innenstadt nicht unbedingt erwartet.

Während unseres Besuchs saßen viele Menschen in den Cafés und Restaurants des Hofes. Schnell entstand bei uns der Eindruck, dass man hier problemlos eine Stunde länger bleiben könnte als eigentlich geplant. Ob für einen Kaffee oder ein kühles Getränk, Barthels Hof ist für uns einer der Orte, an denen man dem Trubel der Innenstadt für einen Moment entkommen kann.

  • Hainstraße 1, 04109 Leipzig

Handwerkerpassage

Deutlich kleiner und versteckter als die bekannten Passagen der Innenstadt ist die Handwerkerpassage.

Im Vergleich zu den anderen Passagen ist die Handwerkerpassage schmaler. Genau dieser etwas urige Charakter ist uns in Erinnerung geblieben.

Die Passage befindet sich im Städtischen Kaufhaus, einem der ältesten Messehäuser Leipzigs. Schon seit Jahrhunderten wurde hier Handel betrieben. Heute prägen vor allem Gastronomie und kleinere Geschäfte das Bild.

Nicht übersehen solltest du den Fensterputzerbrunnen. Die Skulptur gilt als Wahrzeichen der Passage und wurde 1989 vom Leipziger Künstler Christian Rost geschaffen.

Für uns war die Handwerkerpassage die urigste der vier Passagen, die wir besucht haben.

  • Handwerkerpassage, 04109 Leipzig

Leipzigs grüne Seite

Bei einem Spaziergang durch Leipzig wurde uns erst bewusst, wie viele Grünflächen die Stadt eigentlich besitzt. Parks, Wasserwege und weitläufige Grünanlagen sorgen dafür, dass man selbst mitten in der Stadt nie weit von der Natur entfernt ist.

Diese drei Parks möchten wir dir besonders ans Herz legen:

Clara-Zetkin-Park

Der Clara-Zetkin-Park zählt zu den beliebtesten Grünanlagen Leipzigs und ist für viele Leipziger ein wichtiger Treffpunkt im Alltag. Die weitläufigen Wege, Wiesen und Wasserläufe machen ihn zu einem idealen Ort für einen Spaziergang oder eine kleine Pause im Grünen.

Während unseres Besuchs waren hier Menschen beim Joggen, Radfahren, Picknicken oder einfach beim Entspannen unterwegs. Trotz seiner zentralen Lage wirkt der Park erstaunlich weitläufig und ruhig.

Eine kleine Besonderheit ist das Schachzentrum im Park. An mehreren Tischen treffen sich hier regelmäßig Schachspieler unter freiem Himmel. Wir fanden es spannend, den Spielern eine Weile zuzuschauen. Wer möchte, kann natürlich auch selbst eine Partie spielen.

Johannapark

Direkt an den Clara-Zetkin-Park schließt sich der Johannapark an. Die beiden Grünanlagen gehen nahezu nahtlos ineinander über und bilden gemeinsam eines der größten zusammenhängenden Erholungsgebiete im Leipziger Zentrum.

Im Johannapark prägen vor allem die großen Wasserflächen das Bild. Immer wieder führen die Wege am Teich entlang und eröffnen schöne Ausblicke auf die umliegenden Wiesen und alten Bäume.

In Erinnerung geblieben ist uns vor allem die Brücke mitten im Park. Sie gehört zu den bekanntesten Fotomotiven des Johannaparks und bietet einen schönen Blick über den Teich.

Palmengarten

Der Palmengarten gehört zu den größten Parkanlagen Leipzigs und liegt westlich des Clara-Zetkin-Parks.

Schon von Weitem fällt die große Fontäne auf dem Teich ins Auge. Sie zählt zu den markantesten Wahrzeichen des Parks und war auch für uns ein echter Blickfang.

Direkt an den Palmengarten schließt sich außerdem der Richard-Wagner-Hain an. Die Anlage wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zu Ehren des in Leipzig geborenen Komponisten angelegt. Während unseres Besuchs wurde der Richard-Wagner-Hain umfassend saniert und neugestaltet.

Unsere Tipps für deinen Leipzig-Besuch

Zum Abschluss haben wir noch drei Tipps für dich, die unseren Aufenthalt in Leipzig bereichert haben. Eine Unterkunft mitten in der Altstadt, ein Restaurant für alle, die vegetarisch oder vegan essen möchten, und eine praktische Karte für Bus und Bahn.

Leipzig Card

Während unseres Aufenthalts waren wir fast ausschließlich mit Bus und Bahn unterwegs. Dafür nutzten wir die Leipzig Card und kamen problemlos zu allen Orten, die wir besuchen wollten. Die Verbindungen waren durchweg gut und viele Ziele schnell erreichbar.

Neben der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs bietet die Leipzig Card zahlreiche weitere Vorteile. Je nach Variante sind unter anderem Ermäßigungen bei Museen, Sehenswürdigkeiten, Stadtführungen und weiteren Freizeitangeboten enthalten.

Wenn du während deines Aufenthalts mehrere Orte in Leipzig besuchen möchtest, lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Angebote der Leipzig Card.

Die Leipzig Card ist online sowie vor Ort in der Tourist-Information Leipzig erhältlich. Dort findest du auch alle Informationen zu Preisen, Gültigkeit und enthaltenen Leistungen.

Restaurant-Tipp: GAO Vegan

Da wir selbst vegetarisch unterwegs sind, halten wir auf Reisen immer Ausschau nach spannenden pflanzlichen Restaurants. In Leipzig sind wir dabei auf das GAO Vegan gestoßen.

Schon beim Betreten fiel uns die liebevoll gestaltete Einrichtung auf. Mit den vielen Details und der besonderen Atmosphäre fühlten wir uns fast wie bei einem kleinen Kurztrip nach Vietnam.

Auf der Speisekarte finden sich zahlreiche vietnamesisch inspirierte Gerichte in veganer Interpretation. Wir entschieden uns für „Long Live the Duck“, eine vegane Ente, die nicht nur hervorragend geschmeckt hat, sondern uns allein wegen ihres Namens sofort ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.

Wenn du in Leipzig vegetarisch oder vegan essen möchtest, können wir dir das GAO Vegan auf jeden Fall empfehlen.

  • Zentralstraße 1, 04109 Leipzig

Unterkunftstipp: Hotel Fregehaus

Während unseres Aufenthalts in Leipzig übernachteten wir im Hotel Fregehaus. Das kleine Hotel befindet sich in einem der ältesten Bürgerhäuser der Stadt und liegt mitten in der Altstadt.

Was uns sofort aufgefallen ist: Obwohl die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Cafés nur wenige Gehminuten entfernt liegen, geht es hier erstaunlich ruhig zu. Dazu kommt der wunderschöne Innenhof, der dem historischen Gebäude einen ganz besonderen Charme verleiht.

Ein echtes Highlight war für uns das Frühstück. Viele regionale Produkte sorgen für einen gelungenen Start in den Tag und passen perfekt zum Schwerpunkt unserer Reise durch Leipzig.

Wenn du eine Unterkunft mit viel Charakter suchst und trotzdem zentral wohnen möchtest, können wir dir das Hotel Fregehaus empfehlen.

  • Katharinenstraße 11, 04109 Leipzig

Unser Fazit: Leipzig zwischen Handwerk, Kaffeekultur und Kreativität

Leipzig hat uns vor allem durch die Menschen in Erinnerung bleiben lassen, die wir während unserer Reise kennenlernen durften. Ob Kaffeeröster, Goldschmiedin, Porzellankünstlerin oder Stadtführerin – überall trafen wir auf Menschen, die mit viel Leidenschaft von ihrer Arbeit erzählten und uns einen Blick hinter die Kulissen ermöglichten.

Natürlich gehören die Altstadt, die Passagen und die grünen Parks zu einem Besuch in Leipzig dazu. Am meisten mitgenommen haben wir jedoch die vielen kleinen Geschichten, die sich hinter den Manufakturen, Ateliers und Kaffeehäusern verbergen.

Gerade diese Mischung aus Geschichte, Handwerk, regionalen Produkten und kreativen Ideen macht Leipzig für uns zu einer Stadt, die weit über die bekannten Sehenswürdigkeiten hinausgeht.

Wenn du noch Fragen zu Leipzig hast oder eigene Tipps teilen möchtest, schreib uns gerne in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch mit dir.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH.

Weitere Infos über Leipzig findest du hier:

www.leipzig.travel

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.