Kleinstadtperlen, Altstadt & Genuss: 4 besondere Orte in Baden-Württemberg

Historische Altstädte, besondere Landschaften und regionale Genussmomente: In Baden-Württemberg entdecken wir immer wieder Orte, die auf ganz unterschiedliche Weise spannend sind. Dieses Mal waren wir in Nagold, Rottenburg am Neckar, Mössingen und Ehingen unterwegs. Dabei haben wir nicht nur die Städte selbst erkundet, sondern uns auch angeschaut, was die jeweilige Region besonders macht.

Von Burgruinen und Römergeschichte über Streuobstwiesen bis hin zur besonderen Bierkultur haben wir ganz unterschiedliche Seiten Baden-Württembergs kennengelernt. In diesem Beitrag zeigen wir dir unsere schönsten Erlebnisse und geben dir Tipps für deine eigene Reise.

Das findest du in diesem Artikel

Nagold

Nagold liegt am Rand des Nordschwarzwalds, am Zusammenfluss von Nagold und Waldach, und gehört zu den 20 Kleinstadtperlen Baden-Württembergs. Hoch über der Stadt liegt die Burgruine Hohennagold, von der du einen weiten Blick über Nagold und die Umgebung hast. Die Kleinstadtperlen kannst du auch mit der ZeigMal-App auf eigene Faust entdecken. Wie die App funktioniert und welche Möglichkeiten sie bietet, zeigen wir dir weiter unten im Artikel.

In der historischen Altstadt findest du zahlreiche Fachwerkhäuser, kleine inhabergeführte Geschäfte und Cafés. Gleichzeitig ist die Natur nie weit entfernt. Uns hat vor allem gefallen, wie schnell man hier zwischen Stadt und Natur wechseln kann. Eben noch durch die Altstadt spazieren und kurz darauf am Wasser entlanglaufen oder hinauf zur Burgruine wandern. Durch die kurzen Wege lässt sich das bei einem Besuch problemlos miteinander verbinden.

Altstadt von Nagold entdecken

Für einen ersten Eindruck von Nagold lohnt sich ein Spaziergang durch die historische Altstadt. Rund um den Marktplatz und in den umliegenden Straßen findest du zahlreiche Fachwerkhäuser und immer wieder Spuren der langen Stadtgeschichte.

Sehenswert ist auch das historische Apothekenhaus in der Marktstraße. Auffällig ist vor allem die reich verzierte Jugendstilfassade aus dem Jahr 1906. Bei genauerem Hinsehen entdeckst du zwischen den Ornamenten verschiedene Motive rund um Pharmazie und Gesundheit, wie zum Beispiel Hygieia, die griechische Göttin der Gesundheit.

Nur wenige Schritte entfernt steht der Alte Turm. Seine Besonderheit sieht man ihm auf den ersten Blick vielleicht gar nicht an: Er ist der ehemalige Kirchturm der früheren Stadtkirche, deren Kirchenschiff im 19. Jahrhundert abgebrochen wurde. Direkt davor steht der Fabelbrunnen mit seinen ungewöhnlichen Figuren. Das goldene Einhorn auf dem Brunnen erinnert an die ehemalige Stadtkirche, die einst an dieser Stelle stand.

Bei deinem Rundgang solltest du auch einen Blick ins Rathaus werfen. Im Foyer befinden sich die Tourist-Information und ein kleines Museum mit historischen Ausstellungsstücken. Zu sehen ist hier unter anderem die Originalfigur des Urschelbrunnens aus dem Jahr 1747. Die Figur, die heute draußen am Brunnen neben dem Rathaus steht, ist eine Kopie.

Museum im Steinhaus

Mehr über die Geschichte Nagolds erfährst du im Museum im Steinhaus. Interessant ist dabei schon das Gebäude selbst: Das Steinhaus stammt aus dem 13. Jahrhundert, gilt als vermutlich ältestes Gebäude Nagolds und soll einst als Rittersitz gedient haben. Seit 1989 befindet sich hier das städtische Museum.

Eine klassische Dauerausstellung gibt es im Museum nicht. Ein Film gibt einen Überblick über wichtige Ereignisse und Entwicklungen der Stadtgeschichte, während einzelne Themen rund um Nagold und die Region in wechselnden Ausstellungen aufgegriffen werden. Dazu kommen regelmäßig kunst- und kulturgeschichtliche Sonderausstellungen.

Adresse:
Badgasse 3
72202 Nagold

Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag und Sonntag: 14:00 bis 17:00 Uhr
Feiertage: 14:00 bis 17:00 Uhr

Eintritt: kostenlos

Stadtpark Kleb und Uferpromenade

Direkt an die Altstadt schließt sich die Uferpromenade entlang der Nagold an. Hier kannst du am Fluss entlangspazieren und findest immer wieder Plätze direkt am Wasser. Über eine Fußgängerbrücke gelangst du auf die andere Seite der Nagold in den grünen Stadtpark Kleb, der sich gut für eine kleine Pause zwischen den verschiedenen Sehenswürdigkeiten eignet.

Im Sommer kannst du Nagold auch vom Wasser aus entdecken. An der Uferpromenade werden Tretboote verliehen, mit denen du eine Runde auf dem Fluss drehen kannst. Wir mögen solche kleinen Aktivitäten zwischendurch total gerne und haben die Gelegenheit natürlich genutzt. Gerade an einem warmen Sommertag ist die Fahrt eine schöne Abwechslung zum Stadtspaziergang.

Inhabergeführte Geschäfte in Nagold

Bei einem Rundgang durch Nagold solltest du auch etwas Zeit für die vielen inhabergeführten Geschäfte in der Innenstadt einplanen. Wir schauen auf Reisen selbst gerne in solchen Läden vorbei und haben uns in Nagold drei davon etwas genauer angesehen:

Zaiser: Die Buchhandlung bietet neben einer großen Auswahl an Büchern auch Schreibwaren, Papeterie und viele Geschenkartikel. Uns haben vor allem die Reisebücher und die vielen schönen Geschenkideen gefallen.

  • Marktstraße 14, 72202 Nagold

Reichert 1850: Das Modehaus gehört bereits seit 1850 zu Nagold und wird heute von Anna und Christoph Leins geführt. Auf vier Etagen findest du Damen- und Herrenmode, Schuhe, Accessoires und Geschenkartikel. Dazu kommen eine Secondhand-Fläche und ein kleines Café direkt im Geschäft.

  • Marktstraße 4, 72202 Nagold

Der Weinladen: Mehr als 500 verschiedene Weine stehen hier zur Auswahl. Neben Wein findest du aber auch eine schöne Auswahl an Spirituosen, darunter verschiedene Whiskys. Eine nette Idee für ein Mitbringsel sind die kleinen Abfüllungen, die sich individuell als Geschenk zusammenstellen lassen.

  • Marktstraße 47, 72202 Nagold

Gerade solche inhabergeführten Geschäfte machen für uns einen Teil des Reizes kleinerer Städte aus. Wir mögen es, beim Rundgang zwischendurch einfach mal in einen Laden reinzuschauen und dabei Geschäfte kennenzulernen, die teilweise schon seit Generationen zur Stadt gehören.

Burgruine Hohennagold

Hoch über Nagold thront die Burgruine Hohennagold auf dem Schlossberg. Sie ist schon von weitem zu sehen und gehört für uns definitiv zu den Orten, die du bei einem Besuch der Stadt einplanen solltest.

Die Geschichte der Burg reicht bis ins frühe 11. Jahrhundert zurück. Damals entstand hier auf älteren keltischen Spuren ein Herrschaftssitz der Nagolder Gaugrafen. Später wurde die Anlage unter den Grafen von Hohenberg weiter ausgebaut. Bis heute sind große Teile der Ruine erhalten, darunter die mächtige Schildmauer, der Bergfried und weitere Teile der ehemaligen Burganlage. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Hohennagold 1645 zerstört und anschließend teilweise weiter abgetragen.

Für uns lohnt sich der Aufstieg aber nicht nur wegen der Geschichte. Von oben hast du einen richtig schönen Blick über Nagold und weit in die umliegende Landschaft. Bei guter Sicht reicht der Blick bis ins Heckengäu, in den Schwarzwald und sogar bis zur Schwäbischen Alb. Zwischen den alten Mauern kannst du dich frei bewegen und die Ruine auf eigene Faust erkunden.

Unser Tipp:
Plane oben ruhig etwas mehr Zeit ein. An Wochenenden und Feiertagen wird der DIGEL-Pavillon in den Sommermonaten von wechselnden Nagolder Vereinen bewirtet. Dann bekommst du dort kalte Getränke, Eis und kleine Snacks und kannst es dir mit Blick über die Stadt noch etwas gemütlich machen.

Bürgertheater Nagold

Eine kulturelle Besonderheit in Nagold ist das Bürgertheater, bei dessen Produktionen zahlreiche Menschen aus der Stadt gemeinsam auf und hinter der Bühne mitwirken.

Während unseres Aufenthalts haben wir die Aufführung „Nagold 1848“ besucht. Das Stück wurde eigens für das Bürgertheater entwickelt und greift die Ereignisse rund um die Revolution von 1848 auf. Dabei wird die damalige Zeit mit der Geschichte Nagolds und seinen Bewohnern verbunden.

Wir waren wirklich überrascht, wie aufwendig die gesamte Produktion umgesetzt war. Neben den schauspielerischen Leistungen haben uns vor allem die Kostüme und die Kulisse beeindruckt. In dieser Hinsicht konnte die Aufführung für uns problemlos mit deutlich größeren Theaterproduktionen mithalten.

Da beim Bürgertheater unterschiedliche Stücke auf dem Programm stehen, solltest du vor deinem Besuch schauen, ob während deines Aufenthalts eine Aufführung stattfindet und was gerade gespielt wird.

Tickets & aktuelle Veranstaltungen:
Das aktuelle Programm und Tickets findest du im Ticketshop der Stadt Nagold.

Essen in Nagold: Restaurant Alte Post

Direkt in der Altstadt findest du das Restaurant Alte Post. Schon das historische Fachwerkhaus ist ein echter Hingucker und gehört seit mehr als 300 Jahren zum Stadtbild von Nagold. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1697 und diente ab 1807 als Poststation. Im Laufe der Jahrhunderte kehrten hier Reisende und sogar prominente Gäste wie König Friedrich I. von Württemberg ein.

Heute bekommst du in den historischen Mauern vor allem schwäbische Gerichte und saisonale Speisen mit Zutaten aus der Region. Wir haben hier am Abend gegessen und uns für eines der vegetarischen Pastagerichte entschieden. Geschmeckt hat es uns sehr gut und auch die Mischung aus historischem Gebäude und modernem Restaurant hat uns gefallen.

  • Bahnhofstraße 2, 72202 Nagold

Übernachten in Nagold: Ibis Styles Nagold-Schwarzwald

Für unsere Übernachtung in Nagold hatten wir mit dem ibis Styles Nagold-Schwarzwald eine tolle zentrale Ausgangslage. Das Hotel liegt direkt am Busbahnhof und nur wenige Schritte von der Innenstadt entfernt. Für uns war die Lage ideal, da wir Nagold von hier aus größtenteils zu Fuß erkunden konnten. Auch die Uferpromenade und den Stadtpark erreichst du in wenigen Minuten.

Die Zimmer sind modern gestaltet und beim Frühstück erwartet dich ein Buffet mit verschiedenen regionalen Produkten. Praktisch fanden wir auch die hoteleigene Tiefgarage, in der du dein Auto gegen Gebühr abstellen kannst. Im obersten Stockwerk gibt es außerdem einen Fitness- und Wellnessbereich mit Sauna und Blick auf die Burgruine Hohennagold.

  • Inselstraße 14, 72202 Nagold

Rottenburg am Neckar

Zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb liegt Rottenburg am Neckar, das ebenfalls zu den 20 Kleinstadtperlen Baden-Württembergs gehört. Die historische Altstadt liegt direkt am Neckar und die meisten Sehenswürdigkeiten erreichst du bequem zu Fuß. Uns hat vor allem gefallen, wie präsent der Fluss hier im Stadtbild ist. Von der Altstadt bist du schnell am Neckarufer und kannst deinen Rundgang immer wieder mit einem Abstecher ans Wasser verbinden. Auch in Rottenburg begleitet dich die ZeigMal-App durch die Stadt und liefert dir unterwegs Informationen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Stationen.

Rottenburg blickt außerdem auf eine erstaunlich lange Geschichte zurück. Schon die Römer hinterließen hier ihre Spuren, die du heute noch mitten in der Stadt entdecken kannst. Dazu kommen mittelalterliche Gebäude, Teile der ehemaligen Stadtbefestigung und zahlreiche historische Keller unter der Altstadt.

Spaziergang am Neckar

Der Neckar gehört für uns unbedingt zu einem Rundgang durch Rottenburg dazu. Besonders schön fanden wir den Weg entlang der Altstadt, von dem du immer wieder auf den Fluss und das gegenüberliegende Ufer schauen kannst. Durch die direkte Nähe zur Innenstadt lässt sich ein Spaziergang am Wasser ganz unkompliziert mit der Erkundung der Altstadt verbinden.

Eines unserer liebsten Fotomotive am Neckarufer war das Haus am Nepomuk. Das ehemalige Gerberhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert und verdankt seinen heutigen Namen einer Figur des Brückenheiligen Johannes Nepomuk an der Fassade. Heute wird das historische Gebäude unter anderem für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Altstadt von Rottenburg

In der Altstadt begegnen dir Gebäude und Spuren aus ganz unterschiedlichen Jahrhunderten. Mittelpunkt ist der Marktplatz mit dem Dom St. Martin. Der älteste Teil des Doms ist der Unterbau des Turms, der bereits um 1280 entstand. Das heutige Kirchengebäude wurde größtenteils im 15. Jahrhundert errichtet. Zum Dom wurde St. Martin allerdings erst 1828, als Rottenburg zum Bischofssitz wurde.

Ein paar Straßen weiter steht mit dem Narrenbrunnen ein deutlich jüngeres, aber nicht weniger interessantes Stück Rottenburger Stadtgeschichte. Die fünf Meter hohe Bronzensäule zeigt zahlreiche Figuren und Szenen der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Darunter findest du mit Ahland, Pompele, Hexe und Laufnarr einige der typischen Rottenburger Narrenfiguren. Ganz oben thront Gräfin Mechthild, deren Fasnetsfeier in Rottenburg bereits für das Jahr 1452 urkundlich belegt ist.

Wir fanden den Brunnen vor allem deshalb spannend, weil es an der Säule unglaublich viele kleine Details zu entdecken gibt. Wenn du davorstehst, lohnt es sich also, einmal etwas genauer hinzuschauen.

Kalkweiler Tor

Einer unserer liebsten Tipps in Rottenburg ist das Kalkweiler Tor. Der mittelalterliche Torturm entstand im frühen 14. Jahrhundert und ist heute das einzige erhaltene Stadttor mit Torturm in Rottenburg. Seinen Namen verdankt es dem ehemaligen Dorf Kalkweil, zu dem die Straße durch das Tor einst führte.

Im Turm befand sich früher eine Hochwächterwohnung. Von hier hielten die Hochwächter Ausschau nach herannahenden Feinden und Bränden und warnten im Ernstfall die Bevölkerung. Kaum zu glauben fanden wir, dass die Räume im Turm noch bis 1968 bewohnt waren. Über der Tordurchfahrt kannst du außerdem ein Kreuztragungsfresko entdecken, dessen Ursprung in das 18. Jahrhundert zurückreicht.

Im Rahmen einer Führung kannst du den Turm von innen besichtigen und über einen erhaltenen Abschnitt des alten Wehrgangs laufen. Von dort hast du einen richtig schönen Blick über die Dächer der Altstadt. Allein dafür lohnt sich der Weg nach oben.

Spannend fanden wir auch, die alte Stadtmauer einmal von oben zu sehen. Bei einem normalen Rundgang durch die Altstadt läufst du an den erhaltenen Abschnitten schließlich eher vorbei oder siehst sie nur von unten.

Römisches Stadtmuseum Sumelocenna

Dass Rottenburg eine lange Geschichte hat, wird im Römischen Stadtmuseum Sumelocenna besonders deutlich. Das Museum wurde über originalen römischen Ausgrabungen errichtet. Dadurch kannst du heute mitten in der Stadt durch einen Teil des antiken Sumelocenna laufen und die Überreste der damaligen Gebäude direkt vor Ort sehen.

Zu den interessantesten Ausgrabungen gehört eine 32 Meter lange öffentliche Toilettenanlage. An ihr lässt sich noch heute erkennen, wie aufwendig solche Anlagen bereits zur Römerzeit gebaut wurden. Rund um die Ausgrabungen erfährst du mithilfe von Originalfunden, Modellen und Rekonstruktionen mehr darüber, wie die Menschen im römischen Sumelocenna gelebt haben.

Sumelocenna - Römisches Stadtmuseum

Adresse:
Stadtgraben, 72108 Rottenburg am Neckar

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag 10:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 16:30 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10:30 bis 16:30 Uhr

Eintritt:
2,50 Euro, ermäßigt 2 Euro
Eintritt mit Sonderausstellung: 3 Euro, ermäßigt 2,50 Euro
Barrierefrei

Historische Keller in Rottenburg

Was wir vor unserem Besuch in Rottenburg gar nicht wussten: Unter vielen Gebäuden der Altstadt verbergen sich historische Keller, von denen einige normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind.

Wir durften bei unserem Besuch einen Blick in einen dieser Keller werfen. Dabei ging es durch alte Gewölbe und vorbei an Mauern, die man beim Spaziergang durch die Altstadt wenige Meter weiter oben überhaupt nicht vermuten würde. Für uns war das noch einmal ein ganz anderer Einblick in die Geschichte der Stadt.

Wenn du selbst einmal hinunter möchtest, kannst du an einer Führung durch die historischen Keller teilnehmen. Die WTG Rottenburg bietet regelmäßig geführte Rundgänge an, bei denen verschiedene Keller in der Altstadt geöffnet werden, die du auf eigene Faust nicht besichtigen könntest. Die aktuellen Termine findest du im Veranstaltungskalender der Stadt.

Diözesanmuseum Rottenburg

Ein weiterer Tipp für alle, die sich für Geschichte und Kunst interessieren, ist das Diözesanmuseum Rottenburg. Es befindet sich direkt neben dem Dom St. Martin und zeigt Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten. Zur Sammlung gehören unter anderem mittelalterliche Skulpturen und Gemälde, Goldschmiedearbeiten, liturgische Gegenstände sowie weitere Werke der christlichen Kunst.

Eine Besonderheit der Sammlung sind die mittelalterlichen Tafelbilder. Außerdem besitzt das Museum eine umfangreiche Sammlung von Reliquiaren, Kreuzen und weiteren kirchlichen Kunstgegenständen. Damit bekommst du hier auch einen Einblick in die Geschichte Rottenburgs als Bischofsstadt.

Wir selbst konnten das Museum leider nicht besuchen, da es während unseres Aufenthalts Sommerpause hatte. Durch die Lage direkt am Dom lässt sich ein Besuch aber gut mit einem Rundgang durch die Altstadt verbinden.

Adresse:
Karmeliterstraße 9, 72108 Rottenburg am Neckar

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 14:00 bis 17:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage: 11:00 bis 17:00 Uhr
Montag: geschlossen

Eintritt:
Erwachsene: 3,50 Euro
Ermäßigt: 3,00 Euro
Kinder unter 12 Jahren: kostenlos

Rottenburg vom Wasser entdecken

Auch auf dem Neckar gibt es in Rottenburg verschiedene Möglichkeiten, die Stadt und ihre Umgebung zu entdecken. Eine davon ist eine Fahrt mit dem Stocherkahn. Vom Haus der Bürgerwache werden von März bis Anfang November Fahrten angeboten, bei denen dich ein Stocherkahnfahrer über den Neckar bringt. Der Kahn bietet Platz für bis zu 14 Personen.

Im Sommer finden außerdem immer wieder besondere Veranstaltungen auf den Stocherkähnen statt. 2026 wurden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dein Sommer. Deine Stadt.“ zum Beispiel literarische Stocherkahnfahrten angeboten, bei denen während der Fahrt Kurzgeschichten und andere Texte vorgelesen wurden. Ein Blick in den Veranstaltungskalender der Stadt lohnt sich deshalb vor deinem Besuch.

Wenn du lieber selbst lospaddeln möchtest, findest du direkt an der Uferpromenade einen KAYAKOMAT. An der Selbstbedienungsstation kannst du rund um die Uhr Kajaks und SUP-Boards ausleihen. Die Buchung erfolgt online. Anschließend bekommst du einen Code, mit dem du die Ausrüstung vor Ort entsperren kannst. Paddel und Schwimmweste sind bereits dabei.

Unser Tipp:
Gerade wenn du spontan aufs Wasser möchtest, ist der KAYAKOMAT praktisch. Die Mindestmietdauer beträgt zwei Stunden und der Einstieg in den Neckar befindet sich nur wenige Meter von der Station entfernt.

Essen in Rottenburg

Auch für eine kleine Pause oder zum Essen haben wir in Rottenburg zwei schöne Adressen ausprobiert. Im Bretteles Café gab es für uns etwas Süßes, während wir im Zum Stift am Marktplatz zum Abendessen waren.

BRETELLES LadenCafé

Für eine kleine Pause zwischendurch können wir dir das Bretteles Café in der Rottenburger Altstadt empfehlen. Das gemütliche Ladencafé hat uns schon beim Reinkommen richtig gut gefallen. Mit alten Möbeln, verspielten Details und seinem französischen Shabby-Chic-Stil trifft die Einrichtung genau unseren Geschmack.

Neben Kaffee, Kuchen und Gebäck gibt es im Ladencafé auch einiges zum Stöbern und Entdecken. Gerade diese Mischung aus Café und kleinem Laden macht für uns den Reiz des Bretteles aus.

Wir haben uns für Pastéis de Nata entschieden und die kleinen portugiesischen Blätterteigtörtchen waren richtig lecker. Zusammen mit der gemütlichen Atmosphäre war das für uns eine schöne Pause während unseres Rundgangs durch Rottenburg.

  • Bahnhofstraße 11, 72108 Rottenburg am Neckar

Zum Stift

Direkt am Marktplatz mit Blick auf den Dom findest du das Zum Stift. Hinter dem Café, Bistro und der Bar steckt ein besonderes Konzept: „Stift“ ist im Schwäbischen eine Bezeichnung für einen Auszubildenden. Und genau die übernehmen hier einen großen Teil der Verantwortung. Sie sind in die Planung und die Abläufe eingebunden und sammeln so praktische Erfahrungen in der Gastronomie. Unterstützt werden sie dabei von erfahrenen Fachkräften.

Auf der Karte stehen unter anderem Frühstück, Salate, wechselnde Gerichte und verschiedene Flammkuchen. Wir haben uns für einen vegetarischen Flammkuchen entschieden, der uns richtig gut geschmeckt hat.

Dazu haben wir zum ersten Mal einen Früchtetrauf-Spritz probiert. Der regionale Aperitif greift das Thema Streuobst auf, das rund um Rottenburg und Mössingen eine wichtige Rolle spielt. Für uns war das schon ein kleiner Vorgeschmack auf unsere nächste Station.

  • Marktpl. 4, 72108 Rottenburg am Neckar

Übernachten in Rottenburg: Hotel Anker

Mit dem Hotel Anker haben wir in einem traditionsreichen Haus mitten in Rottenburg übernachtet. Es gehört nach eigenen Angaben zu den ältesten Hotels der Region und empfängt bereits seit Generationen Gäste.

Für einen Städtetrip ist vor allem die zentrale Lage praktisch. Das Neckarufer und den Bahnhof erreichst du in etwa zwei Minuten zu Fuß und auch in der Altstadt bist du schnell. Wir konnten unser Auto während unseres Aufenthalts deshalb einfach stehen lassen und Rottenburg zu Fuß erkunden.

Besonders gut gefallen hat uns die familiäre Atmosphäre im Hotel. Auch das Frühstück am nächsten Morgen war richtig klasse. Neben frischen Backwaren, Obst und herzhaften Sachen gab es eine gute Auswahl am Buffet und wir sind definitiv gut gestärkt in den nächsten Tag gestartet.

  • Tübinger Str. 15, 72108 Rottenburg am Neckar

Mössingen

Mössingen liegt am Fuß der Schwäbischen Alb. Die Landschaft rund um Mössingen wird auch Früchtetrauf genannt, da sich hier weitläufige Streuobstwiesen mit Tausenden Obstbäumen erstrecken. Sie gehören zum Schwäbischen Streuobstparadies, einer der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas.

Bei unserem Besuch standen deshalb weniger klassische Sehenswürdigkeiten im Mittelpunkt. Stattdessen wollten wir die Streuobstwiesen rund um Mössingen genauer kennenlernen und erfahren, warum diese besondere Kulturlandschaft für die Region so wichtig ist. Denn die Wiesen liefern nicht nur Obst und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum, auch die Region ist seit Generationen eng mit den Streuobstwiesen verbunden.

Wandern auf dem Mössinger Streuobstwegle

Eine der schönsten Möglichkeiten, die Landschaft kennenzulernen, ist das Mössinger Streuobstwegle. Der Premium-Spazierwanderweg führt durch Wiesen, Felder und natürlich immer wieder vorbei an Streuobstbäumen.

Mit 3,6 Kilometern ist die Rundtour nicht besonders lang und eignet sich deshalb auch gut, wenn du keine große Wanderung unternehmen möchtest. Für die Strecke solltest du ungefähr eine Stunde einplanen, dabei sind lediglich 75 Höhenmeter zu überwinden. Unterwegs gibt es immer wieder Infotafeln zur Streuobstlandschaft und ihrer Artenvielfalt sowie schöne Ausblicke in Richtung Schwäbische Alb.

Wir hatten außerdem einen Picknickkorb dabei und haben unterwegs zwischen den Streuobstwiesen eine Pause gemacht. Gerade bei schönem Wetter passt das für uns ziemlich gut zu einer Runde auf dem Streuobstwegle.

picknick-moessingen

Unser Tipp:
Wenn du etwas länger unterwegs sein möchtest, kannst du das Streuobstwegle mit dem Mössinger Leisawegle kombinieren. Das Leisawegle ist als eigene Rundtour 4,8 Kilometer lang und führt ebenfalls durch die Landschaft am Albtrauf.

Streuobstwiesenbaden

Ein Erlebnis, das wir vorher selbst noch nicht kannten, war das Streuobstwiesenbaden. Ausprobiert haben wir es mit Verena Blessing, die als ausgebildete Kursleiterin für Streuobstwiesenbaden und Waldbaden unter dem Namen Verbunden mit Natur verschiedene Naturerlebnisse anbietet.

Das Prinzip erinnert an Waldbaden. Statt eine bestimmte Strecke zurückzulegen, geht es darum, zur Ruhe zu kommen, sich bewusst Zeit zu nehmen und die Umgebung mit unterschiedlichen Sinnen wahrzunehmen. Auf der Streuobstwiese ist die Landschaft dabei viel offener als im Wald und der Blick reicht zwischen den Obstbäumen weit über die Wiesen.

Verena hat uns während des Streuobstwiesenbadens mit verschiedenen Übungen durch die Wiese geführt. Wir haben ganz bewusst den Geräuschen um uns herum zugehört, unterschiedliche Pflanzen und Naturmaterialien ertastet und uns viel mehr Zeit für einzelne Details genommen, an denen wir bei einem normalen Spaziergang wahrscheinlich einfach vorbeigelaufen wären.

Das war für uns eine ganz neue Erfahrung und hat gut gezeigt, wie viel man auf so einer Streuobstwiese entdecken kann, wenn man sich dafür einfach mal etwas mehr Zeit nimmt. Gleichzeitig fanden wir es richtig entspannend, für eine Weile zur Ruhe zu kommen und uns nur auf die Umgebung und die eigenen Sinne zu konzentrieren.

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Streuobst-Infozentrum und Café Pausa

Noch mehr über die Streuobstwiesen erfährst du im Streuobst-Infozentrum auf dem Pausa-Areal mitten in Mössingen. Seit 2018 dreht sich in der ehemaligen Kantine der Textildruckerei alles um die besondere Kulturlandschaft vor der Haustür.

Das Infozentrum ist interaktiv aufgebaut und erklärt spielerisch, warum Streuobstwiesen so wertvoll sind, welche Tiere und Pflanzen dort leben und was aus den verschiedenen Früchten hergestellt wird. An den einzelnen Stationen kannst du zum Beispiel selbst aktiv werden, Vogelstimmen kennenlernen oder den Geschichten alter Obstbäume lauschen.

Interessant ist auch der Ort selbst. Auf dem Pausa-Areal wurden ab 1919 hochwertige Dekorationsstoffe hergestellt. Die ehemalige Textildruckerei war weit über Mössingen hinaus bekannt und arbeitete mit namhaften Künstlern und Designern zusammen. Heute sind die Gebäude denkmalgeschützt und werden für ganz unterschiedliche Zwecke genutzt.

Direkt neben dem Infozentrum befindet sich das inklusive Café Pausa mit angeschlossenem Regionalladen. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Auch inhaltlich bleibt das Thema Streuobst präsent. Viele Zutaten stammen aus der Region und ein Teil der verwendeten Früchte kommt direkt von den Streuobstwiesen rund um Mössingen.

Wir haben hier ausgiebig gebruncht und später auch noch Kaffee und selbst gebackenen Kuchen probiert. Beides hat uns richtig gut geschmeckt. Im angeschlossenen Regionalladen findest du außerdem Säfte, Cidre, Most und viele weitere Produkte aus der Region, bei denen Streuobst ebenfalls eine große Rolle spielt.

  • Löwensteinplatz 2, 72116 Mössingen

Unser Tipp:
Weitere Streuobst-Erlebnisse in Baden-Württemberg, darunter Radtouren, Führungen, Verkostungen und Streuobstfeste, findest du hier: www.visit-bw.com/de/genuss/streuobst

Essen in Mössingen: bäck stage

Zum Abendessen waren wir im bäck stage, das zur Mössinger Meisterbäckerei Padeffke gehört. Unter einem Dach findest du hier Bäckerei, Restaurant und Bar, außerdem gehören Veranstaltungsräume und ein Hotel mit 17 Zimmern zum Konzept.

Durch die offene Küche kannst du teilweise dabei zuschauen, wie die Gerichte zubereitet werden. Auf der Speisekarte stehen unter anderem verschiedene Pizzen, Burger, Salate und schwäbische Gerichte. Wir hatten nach unserem Tag rund um die Streuobstwiesen Lust auf Pizza und die hat uns richtig gut geschmeckt. Vor allem der Teig war richtig lecker.

  • Ludwigstraße 3, 72116 Mössingen

Übernachten in Mössingen: Fischer's Hotel Garni

Übernachtet haben wir in Fischer’s Hotel Garni. Das familiengeführte Hotel gehört zu den Fischer’s Familienunternehmen, zu denen auch die direkt benachbarte Brauerei gehört. Seit mittlerweile 80 Jahren dreht sich bei der Familie Fischer vieles um Bier und Gastfreundschaft.

Direkt nebenan kannst du in der Brauwirtschaft Krone einkehren und natürlich auch die verschiedenen Fischer’s Biere probieren. Im Brauereimarkt gibt es neben den eigenen Bieren eine große Auswahl weiterer Getränke und Mitbringsel. Wer noch mehr über die Herstellung erfahren möchte, kann nach vorheriger Anmeldung an einer Brauhausführung teilnehmen. Angeboten werden die Führungen für Gruppen ab zwölf Personen.

Auch im Hotel selbst begegnet dir das Thema Bier immer wieder. Es gibt eine eigene Bierlounge und in der Lobby steht ein Getränkeautomat mit verschiedenen Getränken. Eine nette Idee, die gut zum Gesamtkonzept des Hauses passt.

  • Auf der Lehr 30, 72116 Mössingen

Ehingen

Ehingen liegt an der Donau am südlichen Rand der Schwäbischen Alb und ist die dritte Kleinstadtperle in diesem Artikel. Die historische Altstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden und rundherum bist du schnell im Grünen und an der Donau. In Ehingen kannst du die ZeigMal-App ebenfalls für deinen Rundgang nutzen und dabei weitere Orte und Geschichten der Stadt entdecken.

Eine besondere Rolle spielt in Ehingen das Bier. Fünf familiengeführte Brauereien gibt es heute noch in der Stadt und die Geschichte des Bierbrauens reicht hier mehrere Jahrhunderte zurück. Nicht umsonst bezeichnet sich Ehingen auch als Bierkulturstadt.

Die Bierkultur begegnet dir dabei nicht nur in den Gasthäusern. Es gibt einen eigenen SpazBierweg, verschiedene Führungen und zahlreiche Geschichten rund um die Brauereien der Stadt. Wir haben uns das natürlich etwas genauer angeschaut, aber auch abseits des Bieres gibt es in Ehingen einiges zu entdecken. Eine wichtige Rolle spielt zum Beispiel die schwäbisch-alemannische Fasnet, deren Traditionen dir an verschiedenen Stellen in der Stadt begegnen.

Altstadt von Ehingen

Ein guter Ausgangspunkt für einen Rundgang durch Ehingen ist der Marktplatz. Rundherum stehen einige der historischen Gebäude der Stadt. Dazu gehören das Rathaus, das Haus der Stände und das Ritterhaus. Mitten auf dem Platz steht außerdem der Marktbrunnen, während die barocke Stadtpfarrkirche St. Blasius nur wenige Schritte entfernt liegt.

Ebenfalls sehenswert ist die Liebfrauenkirche mit ihrem markanten Zwiebelturm. Im Inneren erwartet dich eine reich ausgestattete Barockkirche mit zahlreichen Stuckarbeiten und Deckenfresken.

Eines der Gebäude, das uns bei unserem Rundgang besonders aufgefallen ist, war das ehemalige Heilig-Geist-Spital. Das Spital ist bereits seit dem 14. Jahrhundert belegt. Besonders beeindruckend ist das sogenannte Neuhaus mit seinem großen Fachwerkgiebel aus dem Jahr 1532. Heute befindet sich in den ehemaligen Spitalgebäuden das Museum Ehingen, in dem du mehr über die Geschichte der Stadt und der Region erfährst.

Auch von der früheren Stadtbefestigung sind noch Teile erhalten. Hinter dem Heilig-Geist-Spital kannst du einen Abschnitt der alten Stadtmauer mit Wehrgang entdecken. Hier lässt sich noch gut erahnen, wie Ehingen früher befestigt war.

Einen Abstecher kannst du außerdem zur Städtischen Galerie im Speth’schen Hof machen. Schon das ehemalige Adelshaus ist mit seinen barocken Stuckdecken, Intarsientüren und dem aufwendig gestalteten Treppenhaus sehenswert. Heute werden in den historischen Räumen wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt.

Vor dem Rathaus begegnet dir schließlich noch eine der vielen Spuren der Ehinger Fasnet. Die Bronzeskulptur „Der Narr schaut in die Zukunft“ zeigt einen sitzenden Narren und ist eine von mehreren Figuren rund um die Fasnet, die du im Stadtbild entdecken kannst.

 

Unser Tipp:
Dienstags und samstags lohnt sich ein Besuch des Marktplatzes besonders am Vormittag. Dann findet hier der Ehinger Wochenmarkt statt und an den Ständen werden verschiedene frische und regionale Produkte angeboten.

Stadtgarten und Groggensee

Nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt liegt der Stadtgarten mit dem Groggensee. Durch die Grünanlage fließt die Schmiech und rund um den See kannst du einige Skulpturen und Denkmäler entdecken.

Nicht zu übersehen ist der große steinerne Löwe am Groggensee. Die monumentale Figur gehört zu einem Kriegerdenkmal, das in den 1930er-Jahren für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet wurde.

Am Groggensee begegnet dir außerdem eine der bekanntesten Figuren der Ehinger Fasnet: der Groggadäler. Hinter der ziemlich furchteinflößenden Gestalt steckt eine alte Sage. Demnach soll früher in den sumpfigen Bereichen an der Schmiech ein krokodilähnliches Ungeheuer gelebt haben. Die Geschichte wurde später von der Ehinger Fasnet aufgegriffen und der Groggadäler zum Anführer der Dämonengruppe.

Bis heute gehört die Figur fest zur Ehinger Fasnet. Am Glombigen Donnerstag wird der Groggadäler am Groggensee symbolisch aus seinem Tiefschlaf erweckt. Seit 2016 erinnert dort außerdem ein Denkmal an die Sagengestalt.

Inhabergeführte Geschäfte in Ehingen

Auch in Ehingen haben wir bei unserem Rundgang in einigen inhabergeführten Geschäften vorbeigeschaut. Drei davon möchten wir dir etwas genauer vorstellen:

Wundertütle: In dem kleinen Laden findest du Selbstgemachtes, Geschenkideen, Dekoration und viele unterschiedliche Kleinigkeiten zum Stöbern. Eine schöne Adresse, wenn du nach einem besonderen Mitbringsel suchst oder einfach gerne durch kleine individuelle Geschäfte schaust.

  • Hauptstraße 40, 89584 Ehingen

Leder Baum: Das Fachgeschäft gehört bereits seit 1946 zu Ehingen. Heute findest du hier eine große Auswahl an Taschen, Rucksäcken, Reisegepäck, Geldbörsen und weiteren Accessoires verschiedener Marken.

  • Hauptstraße 73, 89584 Ehingen

Modehaus Hofmann: Auch das Modehaus Hofmann wurde 1946 gegründet und wird bis heute als Familienunternehmen geführt. In Ehingen findest du hier Mode für Damen und Herren mit zahlreichen bekannten Marken. Direkt daneben gehört mit Hofmann H2 noch ein weiterer Store zum Unternehmen.

  • Hauptstraße 68, 89584 Ehingen

Warum Ehingen Bierkulturstadt ist

Bier gehört in Ehingen schon seit Jahrhunderten zur Stadtgeschichte. Bereits 1384 wurde erstmals ein Bierbrauer in der Stadt erwähnt und um 1890 soll es in Ehingen sogar 21 aktive Braustätten gegeben haben.

Heute gibt es noch fünf familiengeführte Brauereien: Berg, Schwanen, Rössle, Schwert und Goldener Adler. Einige davon blicken selbst auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Die Brauerei Rössle wurde beispielsweise 1663 gegründet, die Brauerei Schwert 1675. Bei der Berg Brauerei reicht die Brautradition sogar bis ins Jahr 1466 zurück. 

Das Spannende ist, dass es sich nicht einfach um historische Namen handelt. In den Brauereien wird bis heute gebraut und viele besitzen eigene Gasthäuser oder Ausschankmöglichkeiten. Dadurch begegnet dir die Bierkultur bei einem Rundgang durch Ehingen tatsächlich immer wieder.

Neben den Brauereien gibt es verschiedene Angebote rund ums Bier, von Führungen und Verkostungen bis hin zu einer eigenen Audiotour durch die Stadt. 

Eine unserer liebsten Möglichkeiten, mehr über die Ehinger Bierkultur zu erfahren und gleichzeitig die Stadt und ihre Umgebung zu erkunden, ist aber der SpazBierweg. Den haben wir natürlich selbst ausprobiert.

SpazBierweg

Eine der schönsten Möglichkeiten, Ehingen und die Umgebung kennenzulernen, ist für uns der SpazBierweg. Der rund 14 Kilometer lange Rundweg verbindet die Stadt mit der Landschaft rund um Ehingen und greift unterwegs immer wieder die besondere Bierkultur auf.

Die Strecke führt durch Ehingen und vorbei an mehreren Brauereien und Gasthäusern, später geht es raus ins Grüne und bis an die Donau. Unterwegs erzählen Informationstafeln Geschichten und Anekdoten rund um die Ehinger Brauerei- und Gasthauskultur. Dadurch ist der Weg nicht nur für Bierfans interessant, sondern auch eine schöne Möglichkeit, ganz unterschiedliche Seiten von Ehingen kennenzulernen.

Die kompletten 14 Kilometer musst du dabei nicht unbedingt laufen. Wir waren selbst auf einem Teil des SpazBierwegs unterwegs und fanden gerade die Abwechslung richtig schön. Eben noch läufst du durch die Stadt und an den Brauereien vorbei, wenig später bist du mitten im Grünen und an der Donau. Für eine kürzere Runde kannst du dir einfach einzelne Abschnitte des Weges herauspicken und die Strecke so an deine verfügbare Zeit anpassen.

Damit eignet sich der SpazBierweg aus unserer Sicht auch gut für Paare und Familien, die Ehingen mit einem längeren Spaziergang verbinden möchten. Das Thema Bier gehört zwar dazu, steht aber nicht die ganze Zeit im Mittelpunkt. Und wer möchte, kann unterwegs natürlich in einem der Gasthäuser oder bei einer der Brauereien einkehren und ein Ehinger Bier probieren.

Essen in Ehingen: Landgasthof Rose Berg

Zum Abendessen waren wir im Landgasthof Rose Berg im Ehinger Ortsteil Berg. Der familiengeführte Gasthof liegt etwas außerhalb der Innenstadt und serviert vor allem regionale und schwäbische Küche.

Wir haben es ganz traditionell gehalten und uns für Käsespätzle und einen Teller Linsen entschieden. Beides hat uns richtig gut geschmeckt und natürlich durfte dazu auch ein Berg-Bier nicht fehlen.

Das kommt schließlich fast von nebenan. Nur wenige Schritte vom Landgasthof entfernt befindet sich die Berg Brauerei, deren Geschichte bis ins Jahr 1466 zurückreicht. So begegnet dir die Ehinger Bierkultur auch beim Abendessen noch einmal ganz unmittelbar.

  • Graf-Konrad-Straße 5, 89584 Ehingen
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Übernachten in Ehingen: Marktplatz-Hotel Ochsen

Zentraler hätten wir in Ehingen kaum übernachten können: Das Marktplatz-Hotel Ochsen liegt, wie der Name schon verrät, direkt am Marktplatz und damit mitten in der Altstadt. Die meisten Sehenswürdigkeiten und auch einige der Ehinger Brauereien erreichst du von hier bequem zu Fuß.

Am nächsten Morgen erwartet dich ein Frühstück mit verschiedenen Produkten aus der Region. Dazu gehören unter anderem Backwaren vom Bäcker nebenan, Milchprodukte von der Schwäbischen Alb und regionale Säfte.

Eine Besonderheit des Hotels wartet draußen an der Hauswand: die Gassenschenke. Dahinter steckt eine alte Tradition. Früher gab es an vielen Wirtshäusern kleine Fenster zur Straße, durch die Bier direkt ausgeschenkt wurde. Wer sein Bier mit nach Hause nehmen wollte, brachte einfach den eigenen Krug mit. Daran erinnert heute die Gassenschenke des Ochsen. Hier kannst du dir selbst ein Glas holen und dein Bier direkt an der Hauswand zapfen.

Das mussten wir natürlich ausprobieren und fanden die Idee richtig klasse. Nach unserem Tag rund um die Ehinger Bierkultur war das für uns ein ziemlich passender Abschluss.

  • Schulgasse 3, 89584 Ehingen

Kleinstadtperlen mit der Zeigmal-App entdecken

Nagold, Rottenburg am Neckar und Ehingen gehören zu den insgesamt 20 Kleinstadtperlen in Baden-Württemberg. Eine Möglichkeit, die drei Städte auf eigene Faust kennenzulernen, ist die Zeigmal-App. Sie begleitet dich durch die Kleinstadtperlen und liefert unterwegs Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Geschichten und besonderen Orten. Je nach Station gibt es dabei Texte, Bilder, Audio-Inhalte oder auch Augmented-Reality-Elemente.

Unser Favorit ist der Entdeckenmodus. Den kannst du einfach aktivieren und dich anschließend durch die Stadt treiben lassen. Sobald du in die Nähe eines interessanten Ortes kommst, macht dich die App darauf aufmerksam und du kannst direkt mehr darüber erfahren.

Das passt ziemlich gut zu der Art, wie wir selbst Städte am liebsten erkunden. Statt einer festen Route folgen zu müssen, können wir einfach loslaufen, spontan abbiegen und unterwegs schauen, was es zu entdecken gibt.

Stempel in den Kleinstadtperlen sammeln

Bei einem Besuch der Kleinstadtperlen kannst du außerdem Stempel sammeln. Jede der 20 Städte hat dafür ein eigenes Motiv, sodass nach und nach eine ganz persönliche Sammlung entsteht.

Die Stempel gibt es klassisch auf einer Sammelkarte oder digital über die Zeigmal-App. Beide Varianten lassen sich miteinander kombinieren, sodass du dich nicht für eine davon entscheiden musst.

Mit fünf unterschiedlichen Stempeln kannst du dir in einer Tourist-Information der Kleinstadtperlen eine kleine Überraschung abholen. Hast du zehn Stempel gesammelt, kannst du außerdem an der Verlosung einer Reise mit Übernachtung und Programm für zwei Personen teilnehmen.

Die Stempelaktion läuft noch bis zum 31. Dezember 2026.

Unsere eigene Sammlung ist während dieser Tour jedenfalls direkt um ein paar Stempel gewachsen. Und ein paar Kleinstadtperlen fehlen uns definitiv noch. Mal schauen, welche davon als Nächstes dazukommen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg.

Weitere Informationen zu den vorgestellten Orten und zur Reiseplanung in Baden-Württemberg findest du auf der offiziellen Website:

www.visit-bw.com