Mythos Wald im Gasometer Oberhausen: Lohnt sich die Ausstellung?

Der Gasometer in Oberhausen schafft es jedes Mal aufs Neue, uns zu überraschen.

Die letzte Ausstellung „Planet Ozean“ hat uns damals richtig beeindruckt. Für uns war schnell klar, dass wir auch die neue Ausstellung „Mythos Wald“ unbedingt sehen wollen.

Trotzdem waren wir gespannt, wie das Thema umgesetzt wird. Wald wirkt auf den ersten Blick eher ruhig und zurückhaltend. Gerade deshalb waren wir neugierig, was sie daraus gemacht haben.

Vor Ort hat sich dann schnell gezeigt: In dem Thema steckt mehr, als man anfangs vermuten würde.

Wir zeigen dir, wie uns „Mythos Wald“ gefallen hat und was dich dort erwartet.

Worum es in „Mythos Wald“ wirklich geht

Im Kern dreht sich die Ausstellung um die Wälder unserer Erde als Lebensraum.

Du reist gedanklich durch verschiedene Regionen der Welt. Tropische Regenwälder, boreale Wälder im Norden und auch unsere heimischen Wälder spielen eine Rolle.

Was wir gut fanden: Es geht nicht nur um Natur, sondern auch um die Verbindung zwischen Mensch und Wald. Gerade indigene Gemeinschaften werden immer wieder thematisiert und zeigen, wie eng Leben und Natur dort zusammenhängt.

Gleichzeitig wird klar, wie stark Wälder unter Druck stehen. Abholzung, Klimawandel und wirtschaftliche Nutzung sind präsent, aber nicht überladen erklärt.

Ein spannender Punkt ist auch, dass der Wald hier nicht nur als Naturraum gezeigt wird, sondern auch als Mythos. Also als Ort, der seit Jahrhunderten Geschichten, Ängste und Faszination auslöst.

Gasometer Oberhausen

So ist die Ausstellung aufgebaut

Der Rundgang startet im Erdgeschoss.

Hier liegt der Fokus vor allem auf dem heimischen Wald. Du bekommst ein Gefühl dafür, wie unsere Wälder funktionieren, welche Tiere und Pflanzen dort leben und wie komplex dieses Ökosystem eigentlich ist.

In diesem Bereich befindet sich auch die Inszenierung „Global Sunrise“. Dabei erlebst du Sonnenaufgänge in verschiedenen Waldregionen der Welt, begleitet von Sound und Licht. Das ist ein ruhiger, fast meditativer Einstieg in die Ausstellung.

Wenn du die Rampe nach oben gehst, verändert sich die Perspektive spürbar.

In der oberen Ebene wird der Blick globaler. Hier geht es um die großen Waldregionen der Erde, zum Beispiel den Amazonas als grüne Lunge unseres Planeten.

Gleichzeitig wird deutlich, wie stark der Mensch in diese Systeme eingreift. Themen wie Abholzung, Landwirtschaft und Klimawandel werden hier viel präsenter und wirken auch emotional stärker.

Das fanden wir persönlich einen der eindrucksvollsten und bewegendsten Teile der Ausstellung.

Schritt für Schritt merkst du, dass alles auf einen bestimmten Punkt hinausläuft.

Das Herzstück der Ausstellung - Der Baum

In der dritten Etage angekommen eröffnet sich dann der Blick in den riesigen Luftraum des Gasometers.

Hier wartet das technische Highlight der Ausstellung.

Im Zentrum steht ein gewaltiger Baum aus Licht, der sich durch den gesamten Raum zieht. Die Installation ist rund 40 Meter hoch und wirkt durch die Animationen fast lebendig. Sie zählt zu den größten Innenraum-Lichtinstallationen weltweit und ist so bisher einzigartig.

Was wir hier besonders spannend fanden: Man sieht nicht einfach nur einen Baum, sondern bekommt ein Gefühl dafür, wie komplex dieses System eigentlich ist. Bewegungen und Licht ziehen sich vom Wurzelbereich bis in die Krone und machen sichtbar, wie alles miteinander verbunden ist.

Die Installation versteht den Baum nicht als einzelnes Objekt, sondern als lebendiges System. Licht bewegt sich, verdichtet sich und pulsiert im Takt der eigens komponierten Musik und macht die Dynamik des Waldes auf eine ganz eigene Weise erlebbar.

Ein echtes Erlebnis ist auch der gläserne Aufzug des Gasometers. Mit ihm fährst du bis nach oben in den 10. Stock und hast während der Fahrt eine richtig gute Sicht auf die Installation. Gerade dieser Perspektivwechsel macht nochmal deutlich, wie groß das Ganze eigentlich ist.

Oben angekommen wirkt der Baum dann nochmal ganz anders als von unten.

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Unser Tipp:
Vom 10. Stock gelangst du auf die Aussichtsplattform des Gasometers. Von hier hast du eine richtig gute 360-Grad-Rundumsicht über das Ruhrgebiet und das angrenzende Westfield Shoppingcenter. Bei klarer Sicht kannst du ziemlich weit schauen und bekommst nochmal eine ganz andere Perspektive auf die Region.

Öffnungszeiten und Zeitraum

Die Ausstellung läuft vom 20. März bis Ende Dezember 2026.

Geöffnet ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr.

Der letzte Einlass ist etwa eine Stunde vorher. Vor allem am Wochenende und in den Ferien wird es spürbar voller.

Anfahrt und Parken

Der Gasometer liegt in der Neuen Mitte Oberhausen, direkt am Westfield Centro.

Mit dem Auto ist die Anfahrt unkompliziert. Rund um das Gelände gibt es viele Parkplätze, die in der Regel kostenlos sind. Von dort läufst du nur wenige Minuten bis zum Eingang.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommst du vom Hauptbahnhof Oberhausen ganz einfach mit Bus oder Straßenbahn Richtung „Neue Mitte“. Die Haltestelle liegt nur wenige Schritte vom Gasometer entfernt.

Praktische Tipps für deinen Besuch

Plane für deinen Besuch etwa 1,5 bis 2 Stunden ein. Wenn du dir alles in Ruhe anschauen möchtest, kann es auch etwas länger dauern.

Unter der Woche ist es deutlich entspannter. Am Wochenende und in den Ferien wird es schnell voller.

Nimm dir vor allem bei der großen Installation etwas Zeit. Wenn du ein paar Minuten stehen bleibst, entdeckst du immer wieder neue Details in der Lichtinszenierung.

Die Ausstellung lebt weniger von langen Texten und mehr von bewegten Bildern, Licht und Atmosphäre. Lass dich also ruhig ein bisschen treiben und nimm die Eindrücke einfach auf.

Lohnt sich „Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen?

Kurz gesagt: Ja, auf jeden Fall.

Wenn du schon mal im Gasometer warst, weißt du, was dich erwartet und genau das funktioniert auch bei „Mythos Wald“ wieder richtig gut.

Der Rundgang startet eher ruhig und baut sich dann Schritt für Schritt auf. Das Highlight ist definitiv die beeindruckende Baum-Installation im Luftraum des Gasometers. Genau dieser Moment macht den Besuch besonders und bleibt im Kopf.

Was uns vor allem gefallen hat, ist die Kombination aus starken Bildern, Atmosphäre und inhaltlicher Tiefe. Die Ausstellung regt zum Nachdenken an, ohne dabei überladen zu wirken.

„Mythos Wald“ ist keine klassische Ausstellung mit langen Texten, sondern ein Erlebnis, das man eher fühlt als liest.

Und dann ist da wieder dieser typische Gasometer-Moment: Du stehst im riesigen Luftraum, schaust nach oben und bleibst einfach stehen und staunst.

Wenn du noch nie im Gasometer warst, ist „Mythos Wald“ ein richtig guter Einstieg. Und wenn du ihn schon kennst, lohnt sich auch diese Ausstellung definitiv.

Hast du Fragen zu deinem Besuch im Gasometer Oberhausen oder warst du vielleicht selbst schon dort? Dann schreib uns gerne einen Kommentar!